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  • Sabrina Ritz

Frustrationstoleranz - 6 Tipps zum gesunden Umgang mit Frust

In diesem Blogbeitrag teile ich mit dir Tipps & Tricks zur Förderung eines gesunden Umgangs mit Frust bei Kindern und auch bei dir als Elternteil.


Frustration und Ungeduld bei Lernschwierigkeiten oder mangelndem fachlichen Interesse sowie Wut und Aggressionen aufgrund von Niederlagen oder Enttäuschungen sind normale und häufige Themen im Lehr- und Bildungsalltag.

Oftmals ist es für Eltern selbst schwierig, die Geduld zu behalten und das Fehlen von einfachen aber wirksamen Hilfsmitteln verhindert oftmals eine lösungsorientierte und produktive Kommunikation mit dem Kind.


Was könnt ihr als Eltern, und, ganz wichtig, eure Kinder selbst, tun um die eigene Frustrationstoleranz und die eures Kindes zu verbessern?





1 - Verständnis zeigen und Fragen stellen


Zeige dir selbst und deinem Kind gegenüber Verständnis für negative Gefühle und übt gemeinsam, mit diesen gesund umzugehen. Dazu gehört, dass die Gefühle ernst genommen und gespürt werden dürfen.


Hier ganz wichtig: Stellt eurem Kind Fragen und lasst euch erklären, warum es traurig, frustriert oder wütend ist. Vielfach hilft alleine Verständnis und ein offenes Ohr eurem Kind, selbst mit dem Frust klar zu kommen. Zudem erlaubt es euch als Eltern, dass euer Kind euch gegebenenfalls auf etwas machen kann, das man vielleicht selbst im Alltagsstress übersehen oder nicht mitbekommen hat.


Ein wichtiges Hilfsmittel, um eine solche Konversation produktiv zu führen, ist immer eine vorurteilsfreie und gewaltfreie Art der Konversation (mehr zu GFK hier ).



2 - Kinder als Verhaltensspiegel


Kinder lernen in erster Linie und am schnellsten durch Beobachtung des Verhaltens ihrer Mitmenschen. Als Eltern habt ihr hier demnach natürlich eine besondere Verantwortung.


Es ist also nicht nur wichtig, dem Kind durch GFK bewusst zu machen, dass seine Gefühle in Ordnung sind, sondern es gilt auch für euch als Eltern zu reflektieren, wie ihr mit negativen Gefühlen, vor allem vor dem Kind, umgeht und inwiefern euer Kind dieses Verhalten womöglich spiegelt.


Diese Reflektionsübung ist ein wirkungsvoller Ansatz zur Verbesserung der eigenen Frustrationstoleranz als Eltern und erlaubt gleichzeitig ein besseres Verständnis für das Verhalten des Kindes.



3 - Bietet eurem Kind die Möglichkeit eines Perspektivenwechsels


Oftmals nehmen Kinder eine Situation sehr subjektiv wahr und reagieren impulsiv emotional. Hier kann es hilfreich sein, dem Kind einen Perspektivenwechsel aufzuzeigen und ihm oder ihr zu erklären, was die Umstände der Situation sind.


In der Praxis könnte das beispielsweise so aussehen, dass euer Kind wütend oder traurig darüber ist, dass seine oder ihre Freundin nicht zum Spielen kommen konnte, weil es zu müde war. Helft eurem Kind in so einer Situationen zum Beispiel, den Blickwinkel des anderen Kindes einzunehmen und dadurch die Situation besser einordnen zu können.


Indem ihr eurem Kind zeigt, dass jede Situation zwei Seiten hat, bringt ihr ihm bei, nicht nur seine eigenen Gefühle in Betracht zu ziehen, sondern auch die des anderen und der umgebenden Möglichkeiten. Dies fördert über die Frustrationstoleranz hinaus ebenfalls Empathie und die Entwicklung der emotionalen Intelligenz des Kindes.


Frustrationstoleranz bedeutet nämlich auch, die Grenzen eines anderen zu respektieren, mit dem Effekt, dass das Kind als Gegenzug lernt, dass Grenzen ziehen für es selbst auch völlig normal und in Ordnung sind.



4 - Beobachtet euer Kind


Kinder, vor allem wenn sie noch klein sind, haben meistens ihre eigene individuelle Art, wie sie mit negativen Gefühlen bevorzugt umgehen. Hier ist es sehr wichtig, als Eltern aufmerksam und beobachtend zu sein.


Zieht sich euer Kind zurück? Braucht es Ruhe? Will es allein gelassen werden oder sucht es Nähe und Zuwendung? Wird euer Kind laut, ist also Energie vorhanden, die es verbal oder physisch rauslassen möchte? Fängt es beispielsweise an, sich mehr zu bewegen? Vielleicht möchte es aber seinen Frust und seine Gefühle auch einfach privat für sich in einem Tage- oder Malbuch aufzeichnen?


Beobachtet und respektiert diese persönlichen Ressourcen des Kindes. Diese Art der Beobachtung ermöglicht ebenfalls euch als Eltern euer Kind besser kennenzulernen und euch seine angeborene Art der Frustrationsbekämpfung zu Hilfe zu machen.



5 - Rituale schaffen


Um Gefühle gesund verarbeiten zu können bietet es sich an, ein gemeinsames spielerisches Ritual aufzubauen. Am besten verbindet ihr dies mit der eigenen bevorzugten Art des Kindes (siehe Punkt 4).


Lasst eurer Kreativität freien Lauf, wie ihr gemeinsam mit eurem Kind die geladene Energie und den Frust rauslassen und die Stimmung heben könnt, egal ob mit einer Kissenschlacht, einer grossen Kuschelrunde oder singen und tanzen zum Lieblingslied.


Ein Ritual schafft ein sicheres gemeinsames Ausleben der Gefühle und bietet somit emotionale Nähe, Stabilität und ein Gefühl der Geborgenheit.


Zwei Kinder machen auf dem Bett eine Kissenschlacht.
Frust rauslassen: Kissenschlacht als mögliches gemeinsames Ritual, negative Gefühle rauszulassen.

6 - Lasst euer Kind ruhig Fehler machen und greift nicht sofort ein


Es ist wichtig, dass euch Eltern bewusst ist, dass euer Kind selbst über genügend Ressourcen verfügt, um Frustrationen zu bewältigen. Richtig ermutigt könnt ihr eurem Kind helfen, diese zu erkennen und eigenermächtigt die Frustration zu bekämpfen.


Versucht also als Eltern öfters in der Beobachterposition zu bleiben und nicht sofort in eine Situation einzugreifen, in welcher euer Kind Frustration erlebt. Lasst eurem Kind ruhig die Chance, einen Fehler zu machen und selbst aus der Situation zu lernen und das Verhalten zukünftig entsprechend selbständig anzupassen.


Dies gilt für Dinge wie beispielsweise Hausaufgaben, Hilfsaufgaben im Haushalt, sowie Streit mit Freunden, Geschwistern oder auch euch als Eltern selbst. Setzt klare Grenzen und Richtlinien, die ihr konsequent umsetzt und einhaltet, damit euer Kind lernen kann, mit diesen selbständig umzugehen.


Das ist nicht nur hilfreich für die aktuelle Lernentwicklung, sondern fördert auch das Selbstbewusstsein des Kindes, sich sein Leben lang selber helfen zu können, nicht so schnell aufzugeben und auch später im Erwachsenenalter mit Gefühlen gesund umzugehen.




 



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