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  • Sabrina

Gefühle #5: Wie Traurigkeit zu Resignation führen kann

Wie gut kannst du damit umgehen, wenn jemand weint? Wenn jemand traurig ist? Fühlst du dich unwohl? Fällt es dir schwer, diese Traurigkeit auszuhalten? Wie verhältst du dich? Kramst du verlegen in deinen Sachen herum? Möchtest du am liebsten weggehen? Versuchst du die Stimmung aufzuheitern?


Wenn du die obenstehenden Fragen nicht beantworten kannst, beobachte dich doch in nächster Zeit einmal, wie du dich in der Nähe einer traurigen / trauernden Person verhältst.


Drei Kinder sitzen nebeneinander und schauen traurig.
Es ist wichtig, Kindern vorzuleben, dass es okay ist traurig zu sein und der Traurigkeit auch Raum zu geben,

Die grosse Herausforderung: Traurigkeit aushalten


Viele Erwachsene fühlen sich unwohl, wenn sie jemanden weinen sehen. Wir haben das Bedürfnis, die Person aufzuheitern und diese bedrückte Stimmung so schnell wie möglich aufzulösen.


Je nachdem wie gut wir die Person kennen, sind wir uns unsicher, ob wir sie in den Arm nehmen, tröstende Worte sagen oder doch besser weglaufen sollen.


Warum ist das so? Die meisten von uns haben nicht gelernt, mit Traurigkeit umzugehen. Ganz oft drücken wir Gefühle der Trauer einfach weg. Wir überspielen sie oder lenken uns ab. Es fällt uns schwer, Traurigkeit anzunehmen und da sein zu lassen.


Und Kinder schauen uns dieses Verhalten ab. Denn wie Jesper Juul so schön sagt: "Kinder machen nicht das, was wir sagen, sondern das, was wir tun."


Wie können wir Erwachsene als gute Vorbilder vorangehen?

Wir können unsere Vorbildfunktion wahrnehmen, indem wir auch unangenehme Gefühle aushalten und sie da sein lassen.


Annehmen. Akzeptieren.


Es ist okay, dass du traurig bist. Es ist okay, dass du dich schlecht fühlst. Egal, ob du selbst die Traurigkeit verspürst oder eine Person in deiner Nähe. Versuche, dem Gefühl Raum zu geben und vermeide es, davon abzulenken oder es weg haben zu wollen.

Kinder machen nicht das, was wir sagen, sondern das, was wir tun. - Jesper Juul

Unterdrückte Gefühle: Die Ball-Metapher


Wie in den vorhergehenden Beiträgen zum Thema Gefühle bereits erläutert wurde, stauen sich unterdrückte Gefühle an. Sie werden irgendwo in unserem Körper gespeichert. Wenn wir uns nicht mit ihnen auseinandersetzen, wird das Fass irgendwann mal überlaufen und all die unterdrückten Emotionen werden sich in irgendeiner Art und Weise bemerkbar machen. (körperliche Beschwerden, Krankheiten, Depressionen, ...)

Ein wasserball treibt auf dem Wasser in einem Pool.
Die Ball-Metapher widerspiegelt, dass unterdrückte Gefühle immer irgendwann wieder hochkommen werden.

Hast du schon mal versucht,

einen Ball unter Wasser zu drücken?

Es braucht Kraft, diesen Ball unter Wasser zu halten. Und irgendwann ploppt er wieder an die Oberfläche.

Ähnlich ist es mit den Gefühlen. Du kannst noch so lange versuchen, sie zu unterdrücken. Irgendwann tauchen sie wieder an der Oberfläche auf. Häufig in Situationen, wo sie gar nichts verloren haben.


Darum einmal mehr: Ein gesunder Umgang mit unseren Gefühlen ist wichtig für unsere Gesundheit. Mental und physisch. Und unsere Kinder lernen am meisten von uns Erwachsenen. Wir sind ihre Vorbilder.


👉🏼 In den vorhergehenden Beiträgen "Umgang mit Wut", "Ängste verstehen und begleiten" wie auch "Emotionsregulation" findest du viele Tipps und auch Links zu Materialien, wie du mit Kindern über Gefühle sprechen, sie durch schwierige Gefühle begleiten und bei der Emotionsregulation unterstützen kannst.


🎬 Gerne teile ich an dieser Stelle noch einen amüsanten Filmtipp für Gross und Klein: Alles steht Kopf. Ein Film, der wunderbar aufzeigt, wie uns unsere Gefühle beeinflussen.



Ist das Verhalten meines Kindes "normal"?


Die Erfahrung von Traurigkeit gehört zu jeder gesunden kindlichen Entwicklung dazu. Es ist wichtig und ganz normal, dass Kinder manchmal traurig sind. Bei Schicksalsschlägen und schwierigen Phasen kann es auch gut sein, dass ein Kind längere Trauerphasen durchlebt und sich vermehrt zurückzieht oder auffällig verhält.


Doch wann macht es Sinn, genauer hinzuschauen oder vielleicht sogar Hilfe zu holen?


Getarnte Traurigkeit


Jedes Kind geht mit Gefühlen anders um. Einige weinen, suchen die Nähe zu einer Vertrauensperson, andere ziehen sich eher zurück. Bei manchen Kindern merkst du direkt, wenn sie traurig sind, andere tarnen ihre Traurigkeit mit bestimmten Verhaltensweisen.


Wenn tiefe Traurigkeit über eine längere Zeit unerkannt bleibt, kann sich dies auf die Gesundheit des Kindes auswirken. Hier ist eine kurze Auflistung, welche Verhaltensweisen auf eine versteckte Traurigkeit hinweisen könnten:

  • Das Kind zieht sich immer mehr zurück. Du scheinst nicht mehr an es ranzukommen.

  • Lustlosigkeit, Gleichgültigkeit

  • Niedergeschlagenheit

  • weniger Appetit

  • Schlafprobleme

  • auffälliges Verhalten: Das Kind versucht auf andere Art und Weise Anerkennung und Aufmerksamkeit zu erhalten.

  • Gereiztheit

  • Konzentrationsprobleme

  • Motivationsprobleme

  • Kind teilt sich viel weniger mit als sonst.


Ein Mädchen schaut sehr traurig und legt den Kopf auf die Arme.
Kinder, die den Erwartungen der Schule nicht gerecht werden, geraten oftmals in eine Art Negativspirale.

Immer wieder nehmen Eltern mit uns Kontakt auf, weil sie obenstehende Verhaltensweisen wahrnehmen und sich Sorgen um ihr Kind machen. Sie nehmen war, dass es ihm nicht gut geht. Es wirkt traurig, schlapp, demotiviert, niedergeschlagen, mutlos und verzweifelt.


Im Gespräch mit den Eltern kommt häufig zu Tage, dass ihr Kind stark unter dem Leistungsdruck der Schule leidet. Egal, wie fest es sich bemüht, es kann den Erwartungen des Schulsystems einfach nicht gerecht werden. Es fühlt sich innerhalb des Systems Schule geschwächt, erlebt ständig Misserfolge und hat das Gefühl nichts richtig machen zu können.


Typische Glaubenssätze von diesen Kindern sind: "Ich bin nicht gut genug. Ich kann nichts richtig machen."


Negativspirale


Kinder, die nicht ins System passen, geraten oftmals in eine Misserfolgsschlaufe. Negative Erfahrungen nagen an ihrem Selbstwert, wodurch sie an Selbstvertrauen verlieren, weniger Leistung zeigen können und weitere Misserfolge erleben. Es entsteht eine Negativspirale.


Wenn diese Gefühle der Traurigkeit und Frustration über eine längere Zeit andauern, kann daraus Resignation entstehen: Das Kind gibt sich selbst auf.


Als Lehrerin habe ich oftmals die Erfahrung gemacht, dass gerade die Kinder, die in der Schule verhaltensauffällig sind, eine tiefe Traurigkeit in sich haben und sich oftmals bereits aufgegeben haben. Sie tarnen diese schmerzhaften Gefühle, indem sie sich auffällig verhalten und so Aufmerksamkeit suchen.


Und was passiert dann? Sie werden zurechtgewiesen, was ihr Selbstbild wiederum verschlechtert und die Traurigkeit und Frustration noch verstärkt. Es entsteht ein Teufelskreis.

The kids who need the most love, will ask for it in the most unloving ways. - Russell A. Barkley

Mein Wunsch


Es liegt mir am Herzen, uns alle zu mehr Bewusstheit aufzufordern. Zu mehr Verständnis füreinander. Deshalb wünsche ich mir, dass auch du immer mehr hinter das Verhalten des Kindes (und natürlich auch von Erwachsenen) schaust.


Versuche andere Perspektiven einzunehmen. Hier sind ein paar Leitfragen, die du dir in herausfordernden Situationen stellen kannst:

  • Warum verhält sich das Kind so?

  • Welches Bedürfnis ist nicht gedeckt?

  • Könnte eine Frustration dahinter stecken?

  • Ist das Kind traurig und weiss nicht, wie es mit diesen schmerzhaften Gefühlen umgehen soll?

  • Wie kann ich es in dieser Situation am besten unterstützen?


Ich wünsche mir dies besonders bei den Kindern, die unsere Geduld am meisten herausfordern. Sie werden so oft missverstanden. Denn wie Russell A. Barkley schreibt: "The kids who need the most love, will ask for it in the most unloving ways." (Übersetzung: Die Kinder, die die meiste Liebe brauchen, bitten auf die unliebsamste Weise um sie.)


Anstatt sie zu ermahnen und ihr Verhalten damit negativ zu bestärken, sollten wir versuchen, ihr Verhalten zu verstehen und ihr Selbstbild zu verbessern. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, als Lehrerin, Mama, Papa, Opa, Oma oder in irgendeiner anderen Rolle, darfst du dich gerne bei uns melden.


 

⭐️ Du machst dir Sorgen um dein Kind?


⭐️ Du spürst, dass dein Kind aufgrund des Systems Schule unglücklich ist und es ihm nicht gut geht, weil es den Erwartungen des Schulsystems nicht gerecht werden kann und dadurch in seiner Entwicklung gehemmt ist?


⭐️ Du möchtest nicht mehr hilflos zusehen und dein Kind (selbst) innerhalb des Systems Schule stärken?


⭐️ Du wünschst dir, dass dein Kind glücklich ist, strahlt und an sich selbst glaubt?



👉🏼 Dann nimm mit uns Kontakt auf. In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir, wie wir dich und dein Kind unterstützen können.




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