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  • Sabrina Ritz

Ein starkes Fundament für unsere Schulen 🧱 - Teil 1

Aktualisiert: 24. Aug. 2023

'Crashkurs für Quereinsteiger - Lehrerjob in fünf Tagen lernen'. So lautet der Titel des Artikels vom 07.07.2023 auf srf.ch. Eine von vielen lancierten Massnahmen, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken.


Seit Jahrzehnten wird am Schulsystem herumgeschraubt. Von verschiedenen Seiten wird versucht, es irgendwie am Laufen zu halten.


Für mich wirkt das Schulsystem wie ein Gebäude, dass in sich zusammenzufallen droht.

Schon länger wird Pflästerlipolitik betrieben: Hier ein Pflästerchen, da ein Anbau, hier noch ein Stützpfeiler, da noch ein paar Bretter angenagelt und Seile, die das ganze System von oben zu stabilisieren versuchen.


Wenn du genau hinschaust, siehst du jedoch, dass das Fundament stark wackelt, Wände an mehreren Stellen bröckeln und wichtige Stützelemente bereits umgefallen sind. Und die Menschen innerhalb des Systems versuchen, in diesem wackligen Gebäude irgendwie zu überleben und auch bei Sturm und Gewitter standzuhalten.

In dieser Beitragsreihe zeige ich auf, wie wir es schaffen, das Fundament zu stärken und Veränderungen im Schulalltag von innen heraus anzupacken.


Ganz ohne Hokuspokus. Raus aus der Opferhaltung und selbst in die Verantwortung.


Ein Mann hält ein Spielzeughaus in den Händen, auf dem ein Pflaster klebt.
Schluss mit Pflästerlipolitik an unseren Schulen! Lasst uns das Fundament stärken und nachhaltige Lösungen finden..

Unser Schulsystem funktioniert nicht mehr


Stets heisst es, der Schweiz geht es aufgrund ihres Bildungssystems so gut. Das mag sein. Aber in den letzten Jahrzehnten hat sich so viel geändert.


Unser öffentliches Schulsystem ist nicht mehr gesund. Es funktioniert nicht mehr. Dies macht sich an verschiedenen Stellen bemerkbar. Hier liste ich nur ein paar davon auf:

  • Mangel an Lehrpersonen ¹

  • hohe Burnout-Rate bei Lehrpersonen ²

  • psychische Gesundheit von Jugendlichen in der Schweiz stark angeschlagen (Studie von UNICEF ³)

  • abgebrochene Lehren

  • übervolle Kinder- und Jugendpsychiatrien

  • Zunahme von Privatschulen ⁶

  • stark ansteigende Homeschooling Zahlen ⁷

Mit je mehr Menschen ich spreche, die in irgendeiner Form mit dem Schulsystem zu tun haben - Lehrpersonen, Schulleitungen, Eltern, Kindern - umso mehr komme ich zum Schluss, dass das System in sich zusammenzufallen droht.*


Folgende Fragen gehen mir dabei durch den Kopf:

Warum wurde so lange zugeschaut, wie sich die Situation im Bildungssystem zuspitzt? Warum musste es soweit kommen, dass es zu Massnahmen, wie die in der Einleitung erwähnte 'fünf Tage Ausbildung für Lehrpersonen' kommt? Warum wird immer noch am System geschraubt, geklebt und nach schnellen Lösungen gesucht, anstatt das Fundament nachhaltig zu stärken und zu stabilisieren?


Also lasst uns Lösungen finden und aktiv Veränderungen angehen. Im Kleinen. Von innen heraus. Denn:


"Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Afrikanisches Sprichwort

Weg von Quick-Fix Lösungen


Ich bin mir darüber bewusst, dass wir das Schulsystem nicht von heute auf morgen einreissen können. Es spielen etliche Faktoren mit. Viele davon sind für uns als Einzelpersonen nicht oder nur schwer beeinflussbar. Was wir jedoch tun können, ist, das System nachhaltig von innen heraus zu verändern.


Lasst uns das Fundament stärken! Lasst uns bei den tragenden Säulen beginnen!


Was es dafür braucht: Nachhaltige Lösungen statt Quick-Fix und Übergangslösungen! Wir müssen wegkommen vom Kleben, Löcher ausstopfen, zusätzliche Tragpfeiler einbauen und endlich beginnen, das Wohlbefinden der Menschen innerhalb des Systems ins Zentrum zu stellen.


Eine Frau lehnt ihren Kopf an eine Wandtafel und hat die Augen geschlossen.
Der Schulalltag steht und fällt mit den Lehrpersonen. Lasst uns ihr Wohlbefinden ins Zentrum stellen und sie innerhalb des Systems stärken.

Schule neu denken


Jede Veränderung startet beim Bewusstsein. Und hierzu können wir alle beitragen. Lasst uns Schule neu denken. Egal ob du Teil des Systems Schule bist oder nicht. Jeder von uns kommt auf irgendeine Art und Weise mit dem Thema Schule in Kontakt. Alle sind wir zur Schule gegangen und haben eine bestimmte Haltung darüber entwickelt. Wir dürfen uns fragen: Wie soll Schule sein? Was wünschen wir uns für unsere Kinder? Lasst uns endlich wegkommen ...

  • vom Leistungsdenken hin zur Potenzialentfaltung

  • vom Unterrichten hin zum Begleiten

  • vom Abarbeiten hin zum Verstehen

  • vom Konkurrenzdenken hin zum voneinander Lernen

  • von der Kontrolle hin zum Vertrauen

  • von Autorität hin zu Beziehung

Jeder von uns kann seine Haltung zum Thema Schule reflektieren und verändern und damit zu einem Wandel beitragen.


Das Fundament stärken


Auch wenn die Rahmenbedingungen und Strukturen zurzeit in vielen Schulen noch starr und restriktiv sind, ist es möglich, jetzt bereits aktiv Veränderungen innerhalb des Systems zu bewirken. Anstatt weiterhin am wackligen Gebäude herumzuschrauben, dürfen wir uns dem Fundament zuwenden.


Dabei sehe ich zwei Hauptbereiche, wie das Fundament innerhalb der Schule gestärkt werden kann:


1. Lehrpersonen stärken


Die Schule steht und fällt mit den Lehrpersonen. Sie sind die Grundpfeiler. Happy Teacher - Happy Kids 😊 Sind sie gesund und mit Freude bei der Arbeit, wirkt sich dies automatisch auf die Kinder aus. Daher ist es unerlässlich, das Wohlbefinden der Lehrpersonen ins Zentrum zu setzen, was leider an den meisten Schulen zu kurz kommt.

Wie können Lehrpersonen im System Schule gesund bleiben und ihren Beruf mit Freude und Leichtigkeit ausführen? Was trägt zu ihrem Wohlbefinden bei? Und wie tragen sie zum Wohlbefinden der Kinder bei? Das erfährst du im nächsten Blogbeitrag.

Anstatt weiterhin am wackligen Gebäude herumzuschrauben, dürfen wir uns dem Fundament zuwenden.

2. Achtsames Fundament in der Klasse aufbauen


Immer wieder nehme ich in Klassenzimmern wahr, dass eine grosse Unruhe herrscht und Lernen oft gar nicht möglich ist. Viele Kinder sind ständig in Konflikte verwickelt und mit ihren Emotionen und all den Herausforderungen überfordert. Erst ein Fundament der Ruhe und der Achtsamkeit im Klassenzimmer ermöglicht ein soziales und liebevolles Miteinander und eine entspannte Lernatmosphäre. Im nächsten Beitrag gehe ich darauf ein, wie ein achtsames Fundament im Klassenzimmer aufgebaut werden kann.


Fünf Kinder sitzen auf dem Boden und halten ihre Arme hoch wie ein Bodybuilder.
Ein Fundament der Ruhe und Achtsamkeit im Klassenzimmer schafft eine entspannte Lernatmosphäre.

Fundament steht - Und jetzt?


Wenn die Lehrperson mehr innere Ruhe empfindet, ihr Akku aufgeladen ist und sie mit mehr Freude und Leichtigkeit vor die Klasse tritt, wirkt sich das direkt auf die Kinder aus. Ihr Bewusstsein, ihre innere Haltung und wie sie mit den Kindern in Beziehung tritt, schafft Vertrauen. Durch das gemeinsam mit der Klasse aufgebaute achtsames Fundament herrscht mehr Ruhe und Frieden im Klassenzimmer. Die Kinder sind mehr bei sich, können ihre Emotionen besser regulieren und Konzentration und Motivation nehmen zu. Davon profitieren alle.

Erst ein Fundament der Ruhe und der Achtsamkeit ermöglicht ein soziales und liebevolles Miteinander und eine entspannte Lernatmosphäre.

Wie aufbauend auf diesem Fundament die Fächer oder Themen vermittelt werden, ist ein anderes Thema und würde diese Beitragsreihe sprengen. Sicher ist jedoch, dass das Lernen erfolgreicher ist und der Lernstoff zügiger und mit mehr Freude behandelt werden kann, da es viel weniger Störungen gibt.


Also: Kein Hokuspokus. Raus aus der Opferhaltung und selbst in die Verantwortung gehen.


👉🏼 In den nächsten Beiträgen erfährst du, wie Lehrpersonen selbst aus der Opferrolle herausfinden und aktiv Veränderungen anpacken und wie sie innerhalb der Klasse ein achtsames Fundament schaffen. 🦋 Wenn du jetzt schon neugierig bist, wie das aussehen kann, dann schau dir unser Happy Teacher Mentoring Programm an. Da nehmen wir Lehrpersonen an die Hand und zeigen ihnen genau das: Wie sie selbst innerhalb des Schulsystems mehr Ruhe, Leichtigkeit und Freude finden und im Schulalltag ein achtsames Fundament schaffen.


 


* Anmerkung: Es gibt mittlerweile viele wunderbare Schulen - private und auch öffentliche - die einen Weg aufzeigen, wie Schule heute gelingen kann und in denen das Wohlbefinden von Kindern und Lehrpersonen im Vordergrund stehen. Ich spreche hier im Beitrag von den Grundschulen, in denen es noch nicht so ist. Was leider die grosse Mehrheit ist.



Quellenangaben:


Über folgende Links gelangst du zu den entsprechenden Quellen und genaueren Infos.




Weiterführende Links:




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